PRESSESTIMMEN

„Wulff hält seinen Blick dabei konzentriert und sachlich auch auf das Drumherum, von dem die Geburt eines Kindes begleitet wird, die Voruntersuchungen, die Vorbereitungen, ist dann dabei, wenn es zur Sache geht, wie auch, wenn das Kind zum ersten Mal in den Armen seiner Mutter liegt. Gerade bei einem von diversen Ideologien derart instrumentalisierten und gefühlsmässig aufgeladenen Thema wie der Geburt tut Wulffs Reservierung gut, und das soll nicht heissen Gefühlskälte, denn IN DIE WELT war mein bisher aufregendster, erschütterndster und spannendster Viennale-Film, vor allem aber, da die Intensität in den Momenten selbst entsteht, und nicht etwa, weil sie hinein inszeniert worden wäre. Wulff und sein Schnittmeister Dieter Pichler erzählen dramaturgisch zupackend, aber ungekünstelt, von der Reibung zwischen der Alltäglichkeit der Situation für die einen (die Hebammen, Krankenschwestern und Ärzte) und die Unvergleichlichkeit der Situation für die anderen (…). Jedenfalls großes Kino!“
Markus Keuschnigg, FM4

„Constantin Wulff geht in seinem Dokumentarfilm IN DIE WELT andere Wege als gewohnt: Er begleitet Frauen auf ihrem Weg Leben zu geben. Von der Ultraschall-Untersuchung übers Fragebogen-Ausfüllen bis zur Niederkunft im Kreissaal. (…) Die Kamera fängt die Körperlichkeit des Menschseins ein, auf die sich im Spital letztlich alles reduziert. Und Constantin Wulff gelingt ein seltenes Kunststück: Die Nüchternheit seiner Bilder vermittel ganz grosse Emotion.“
Matthias Greuling, Celluloid

„Wulff überlässt es allein dem Zuschauer zu deuten und zu werten; ohne Intervention, ohne Inszenierung, ohne Musik beschränkt sich Wulff auf die beobachtende Position. Er zeigt die überwältigenden, glücklichen, aber auch tragischen Momenten bei Geburten, den Weg vom ersten Ultraschall zur letzten Wehe, den Alltag der Ärzte, Hebammen und Pfleger, die Hoffnungen und Ängste der werdenden Eltern, die bürokratischen Versuche zur Optimierung von Abläufen bis hin zur Putzkolonne, die ebenfalls zum Bild einer Klinik gehört. Das Fehlen von filmischen Mitteln zur Verstärkung der Bilder mindert die Emotionen beim Schauen nicht. Im Gegenteil: Sofort nimmt man am Leben in der Klinik teil, fühlt Glück, Leid, Routine.“
Annette Scharnberg, Basler Zeitung

„Ebenso erhellend wie ergreifend ist Constantin Wulffs fast klassisches Direct-Cinema-Stück aus einer Wiener Geburtsklinik IN DIE WELT. Der Blick ist neugierig und offen, der eingespielte Apparat der Anstalt gibt die institutionelle Fassung für dramatische Einzelmomente. Routine und emotionale Höhepunkte sind klug ineinander verwoben, auch weil Wulff jede künstliche Dramatisierung unterlässt. Emotional geht IN DIE WELT auch so an die Höchstbelastungsgrenze, etwa bei einer in Realzeit gedrehten Geburt, bei der nur der im Hintergrund zappelnde Vater etwas “comic relief” gibt. Ganz im Gegensatz zu der beim Thema der Geburt grassierenden Betulichkeit bleibt IN DIE WELT ganz nüchtern und verschärft so den Blick auf das existentielle Gewicht.“
Silvia Hallensleben, epd Film

„Eine schöne Studie über die Institutionalisierung unseres Lebens gelang Constantin Wulff. Sein Film IN DIE WELT zeigt die rituellen Abläufe in einer Wiener Geburtsklinik, die wenig Raum für philosophische Gedanken über das Wunder von neuem Leben lassen: Während die Gebärenden oft an die Grenzen ihrer Kräfte kommen, erledigt das Personal das Schreien, Bluten und Bangen der werdenden Eltern genauso routiniert wie das Sortieren der Akten.“
Alexandra Stäheli, Neue Zürcher Zeitung